10peace – Celebrating 10 years of peacelounge recordings

Kaum zu glauben, dass die ersten zehn Jahre bereits hinter uns liegen, doch in dieser Zeit ist so viel passiert, sowohl musikalisch als auch in anderen Aspekten, dass man ein ganzes Buch darüber schreiben könnte. Doch peacelounge ist ein Musiklabel und kein Buchverlag. Als wir mit unseren Künstlern, Fans und Freunden diskutierten, wie man dieses Jubiläum gebührend feiern könnte, kam Peter, der für das neue Logo und die meisten Covers der letzten Jahre verantwortlich ist, auf die Idee, ein Album zum Thema „peace“ zu machen. Prompt hatten unsere Künstler großartige Ideen, die sie musikalisch umsetzten und die nun auf 10PEACE zu hören sind.

Als der französische Musiker und Songwriter Jay Alanski (der reihenweise Hits u.a. für Lio, Jil Caplan, Marie-France geschrieben hatte) sich als Elektronikmusiker neu definierte, taufte er dieses Projekt auf den Namen A Reminiscent Drive. Genau diese Worte – aus einem obskuren Film gesampelt – waren im Titel „Serenade (to the Sound of Peace!)“ auch erstmals zu hören. Trotzig hatte er seinerzeit „no computers on this record“ auf das Cover gedruckt, und ich war geradezu überwältigt von dem wahrhaft unglaublichen Sound den A Reminiscent Drive hier erzeugte und bis zur Jahrtausendwende noch weiterentwickelte. Selbstverständlich sind wir sehr stolz und glücklich diesem Künstler (inklusive zahlreicher bislang unveröffentlichten Songs) bei peacelounge eine neue Heimat bieten zu können.

Echolocation ist ein höchst interessantes Projekt des japanischen Bassisten Massa Takemoto und des Trompeters Tetsuroh Konishi. Auf Early Morning Breaks Vol. 2 befand sich ihr cooler Slomotion-Jazz Track „In The Dark“. Nun haben sie für den exklusiven Titel „At Peace“ Unterstützung von der großartigen Jazzsängerin Catherine Fleming bekommen. Ihre samtige Altstimme passt hervorragend zu dem Stück und ist uns auch weiterhin sehr willkommen.

Flamingo Star aka Matthias „Hit“ Becker ist einer der produktivsten und vielseitigsten Künstler, den ich je kennengelernt habe. Sein zweites Album Nothing Sweeta ist derzeit in der Produktion und wird noch vor dem Sommer bei peacelounge erscheinen. Deshalb sind wir sehr froh, mit dem groovigen „Syncrostar“ auf dieser Compilation die Wartezeit darauf verkürzen zu können, auf dem die sonore Stimme eines berühmten Beat-Poeten die Nachricht von Liebe und Frieden verbreitet.

Kommen wir nun zu etwas (fast) völlig anderem: Der französische DJ und Musiker Yann Lebreuilly ist ein Mann mit vielen Leidenschaften. House Music ist eine davon. 9 in Common heißt sein neuestes Projekt, welches er zusammen mit Alex Tassel ins Leben rief und auf 10PEACE seine Premiere mit einem Deep-House Groove und auffallend schönen Akkorden im Stück „Science of Meditation“ feiert. Natürlich ist auch das andere Projekt von Yann Lebreuilly, Clyb Foster auf dieser Jubiläumsausgabe zu finden, welches Yann zusammen mit dem Gitarristen Christian Brun betreibt. Den unglaublich relaxten Track „Peace(in your own mind)“ umgibt ein Hauch von Film Noir, garniert mit dezenten Jazz und HipHop Vibes.

Ein weiterer House-inspirierter Track kommt aus Lausanne in der Schweiz. David Cormalake aka Davidovitch aka Loopaland hat schon einige schöne Titel für peacelounge produziert und mit „just peace“ liefert er eine exzellente Hommage an den klassischen Sound des Detroit Techno und Chicago House ab. Das Debut des Schweizers soll im Laufe des Jahres bei peacelounge recordings erscheinen.

Danielle Miglietta aka Black Zone Ensemble aus Lecce, Italien ist ein vielseitiger und extrem erfolgreicher Musiker, der Bossa mit dem Besten aus Brasilien mischt und dessen Loungetracks auf einigen großartigen Compilations vertreten sind. Mit „The Peace We Need“ serviert er uns einen schönen, filmischen Downtempo-Groove mit viel Pathos.

Aus Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens hören wir einen singenden Engel passend zu himmlischen Streichern und einem sanften Groove: „Day One(peace Mix)“ ist eines von wenigen Juwelen, die Mono Morello, Gitarrist und Komponist von Soundtracks und Opern unter dem Pseudonym Sudaka aufgenommen hat. Auch ein Künstler von dem man in naher Zukunft noch einiges hören wird.

Zurück nach Deutschland: m.age.project wird wohl allen, die das Label über die letzten Jahre verfolgt haben, bekannt sein. Nach seinem ersten Album, welches musikalisch im House- und Downbeatbereich angesiedelt war, konnte uns Matthias mit einem vom Flamenco inspirierten Zweitwerk namens Mirador überraschen und begeistern. Das melancholische „Port Azur(10peace great spirit chief edit)“ zitiert Ausschnitte von Nez Percé Chief Joseph’s Rede vor dem amerikanischen Kongress im Jahr 1879.

Sanftere Töne schlägt Daniel Voss aka Green Empathy (der „älteste“ Künstler unserer peacelounge Community) an und findet, dank seines langsamen Grooves und des märchenhaften Gesangs von LiuLiu (Sabine Mercky), in „Inner Peace“ zur Ruhe.

10PEACE ist weder als simple Label-Compilation, noch als hochtrabendes Konzeptalbum gedacht. Es ist vielehr ein Präsent für alle Fans und für uns selbst zu einer Zeit, in der wir uns zu neuen musikalischen Horizonten bewegen. Es war nicht einfach, in den letzten zehn Jahren ein Label zu führen – begonnen im Nachgang zum 11. September und durch eine von Krisen und noch mehr Krisen geprägten Musikindustrie. Alles fließt, Geschmäcker und Moden ändern sich, aber die Musik hört nicht auf. Jedenfalls nicht in den nächsten zehn Jahren.

Wohltätigkeit: ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Download und CD wird der deutschen Organisation Friedensdorf International gespendet. Diese Organisation hilft kranken und verletzten Kindern in Kriegsgebieten auf der ganzen Welt sein 1967. www.friedensdorf-international.de