A.R. Rahman – Introducing A.R. Rahman

A.R. Rahman: Das musikalische Genie des Indischen Kinos

A.R. Rahman ist nach allen objektiven Maßstäben der wichtigste Komponist populärer Musik in Indien. Seine unverkennbare Handschrift wird in Bollywood, New York und dem Londoner West End gleichermaßen geschätzt. Der im indischen Chennai (früher Madras) geborene Tamile, der in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert (6. Januar 2006), kann bereits auf über 120 Einträge in der “Internet Movie Database” zurückblicken. Neben den freien Kompositionen und den millionenfach verkauften Soundtracks zu Bollywood-Blockbustern wie Lagaan, Swades, Dil Se, Saathiya und One 2 KA 4 (meist mit dem Superstar Shah Rukh Khan in der Hauptrolle), schreibt, spielt und singt Rahman für das tamilische Kino. Diesem faszinierenden Teil seines Werkes ist das vorliegende Album INTRODUCING A.R. RAHMAN gewidmet. Jahre später sollte A.R. Rahman für seinen mit zwei Oscars und zwei Grammys prämierten Soundtrack zu Slumdog Millionaire auch in Hollywood Film-Musikgeschichte schreiben.

Diese Dopppel-CD-Compilation mit 24 Stücken aus einigen seiner besten Soundtracks ist eine leidenschaftliche Einführung in seine Musik. Die zumeist für das tamilische Kino aufgenommenen Soundtracks werden in der Regel in verschiedene Landessprachen, hauptsächlich aber in die ‘Hochsprache’ Hindi übersetzt, das von ca. 800 Mio Indern gesprochen wird. Diesen riesigen Markt beherrscht Rahman heute eindeutig. Und seine Bekanntheit im Westen dürfte spätestens durch seine Kompositionen für Andrew Lloyd Webbers Projekt Bombay Dreams, einen gewaltigen Schub bekommen haben. Große Zustimmung kommt aber auch von ganz anderer Seite: Tabla Wizard Talvin Singh packte Rahmans “Bombay Theme Music” auf dem inzwischen legendären Anokha-Sampler, wodurch seine Musik plötzlich auch in der quirligen “Asian Underground”-Szene wahrgenommen wurde.

Der 1966 als A.S. Dileep Kumar geborene A.R. Rahman stammt aus einer musikalischen Familie. Wie er dem britischen Journalisten Iain Scott (fRoots) verriet, kam er durch seinen Vater zur Musik. “Er hatte begonnen mich zu unterrichten, später lernte ich klassisches Klavier bei einem Lehrer. Ich bestand alle Prüfungen für das Trinity College bei einem englischen Prüfer. Mein Vater hatte eine Menge Instrumente und Equipment, und als er starb – ich war neun Jahre alt – wurde ich eine Art Roadie. Damit kannte ich mich aus, ich baute für andere Musiker die Instrumente auf und ab, bis meine Mutter mich beiseite nahm und sagte: ‘Lerne lieber selbst Musik zu spielen. Es wird sich auszahlen.‘ Danach begann ich ernsthaft zu arbeiten und jede Menge Konzerte zu spielen. Es war, naja, eher ‘Leichte Muse’. Anschließend arbeitete ich als Studiomusiker, meist für tamilische Filme. Im Jahr 1982 schmiss ich die Schule hin und wurde Vollzeitmusiker. ’86 stiess ich zu Ilaiyaraja, ein südindischer Komponist, der damals sehr groß im Geschäft war. Im Jahre ’89 begann ich dann, selbst Werbemusik zu produzieren.”

Nachdem er im Werbebusiness Fuß gefasst hatte, erhielt A.R. Rahman im Jahr 1992 den Auftrag, die Musik für den Film Roja zu komponieren. Das Resultat war nicht nur eine mutige Abkehr von dem erstarrten Musikstil, der damals die Filmindustrie dominierte, sondern auch ein Riesenerfolg. Zahlreiche Kompositionsaufträge folgten, und der Rest ist sozusagen “Geschichte”. Sicher ist, dass wir heute A.R. Rahman zu den produktivsten und spannendsten Komponisten der Welt zählen dürfen, was ihm auch das augenzwinkernde Prädikat “Mozart von Madras” einbrachte.

Einige Zitate (aufgezeichnet von Iain Scott):

conversion to Islam: „It was (Mother’s name) previously Kastori and we got converted into Islam, 9 years back. So we changed … her name is Karima. (me: Your father converted?) My father died when I was very young. So that’s why all these things made us eh … get into the freshness of Islam. He died a very mystical (ed: mysterious?) death. Some say it was Black Magic, and all those things. Anyway it was real tragic, and …. “

on his working methods (2): „First the script is ready. The director, what do you call … ‚discusses‘ with me and he says ‚OK there are 6 songs in this film. This song is a love song, this song is about patriotism, this song is about the hero or suffering, or this song is a duet, romance, whatever … so we sort of get the tune ready. And then we write the lyrics, the lyric writer. Then how I do is I put a basic feel and take the voice and then work on the interludes a bit .. the music portion of the song. And then it’s picturized. (me: It’s what?) Picturized. How would you call it then?” (laughs)

Nusrat Fateh Ali Khan: „And he’s got a magic in his voice which is electrifying, you know? It makes you sit up. It’s not a soothing kind of thing which you drouze (sic) off. It makes you sit up, like probably a rock song makes you sit up … and .. you know? Like you know in Ghazal … (sings a line from a Ghazal in a restrained manner and then repeats it in the syle of Nusrat) That’s the difference actually … (laughing) … same energy is there … I mean music is appreciated only when it’s like that, you know? When it really energizes you.”