A Reminiscent Drive – Ambrosia

(Re)Masterpiece: Ambrosia – An Analogue Classic For The Digital Age

 In der deutschen Ausgabe des Rolling Stone lesen wir „A Reminiscent Drive zeugte von einem unglaublichem Gespür und Verständnis für eine spirituelle Auslegung von Musik, die schwingte, sanft funkte und ohne jeglichen esoterischen Vibe den mitunter schönsten Ambient darstellte, der vorm Schlafengehen und nach dem Aufwachen zu hören ist.“

Während der Zusammenstellung einer Doppel-CD Anthologie aus den besten Titeln der A Reminiscent Drive Periode (1995-2003), beschrieb Jay Alansky vor kurzem seine Vision von „Electronica“ – jenes Musikgenre, zu dem er selbst so veile maßgebliche Beiträge geliefert hat – beschreibt er als einen „psychedelischen Trip mit einer tiefen Verbindung zur Spiritualität, metaphysischen Erkenntnissen und Sexualität.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Elektronikmusikern begab er sich auf die Suche und fand die thematischen und ästhetischen Inspirationen für seine Werke eher im experimentellen Geist der sechziger als in den blechernen Keyboardsounds vieler Elektropop-Produktionen der Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts verwendet wurde. Diejenigen die sich ein wenig in seiner Biographie auskennen, wird diese Tatsache kaum überraschen, denn Jay schrieb schon seine ersten Top-10 Hits, als die Hälfte der heutigen Musikergeneration von Elektromusikern noch nicht einmal geboren war, geschweige denn Musik produzierte. Als er bei F-Com, dem Label von Laurent Garnier, unterschrieb, wollte Jay eine Auszeit vom „Hit Business“ nehmen und zu seinen avantgardistischen Wurzeln zurückkehren. Dabei nahm er sich die Freiheit, die Grenzen der sauber abgesteckten Genre-Kartographie der 90er Jahre elegant zu überschreiten. TripHop, Downtempo, Lounge, Ambient und Techno vermischte er zu einer neuen bis Dato namenlosen musikalischen Landschaft.

Nachdem er von den Kritikern für das Debütalbum von A Reminiscent Drive, Mercy Street hoch gelobt wurde, zog sich Jay für knapp drei Jahre zurück, um seinen musikalischen Horizont um für das Zweitwerk Ambrosia sogar noch zu erweitern. Er brachte seine, von manchen als genial bezeichneten, Fähigkeiten als Songwriter erneut zum Vorschein und produzierte einen der schönsten Songs für das neue Jahrtausend in Form des namengebenden Titeltracks. Einer der ersten, die dieses Juwel des melancholischen Downtempo entdeckten, war Stéphane Pompougnac, der „Ambrosia“ als Opener für die Compilation „Hotel Costes étage 3“ auswählte. Unglücklicherweise überstrahlte dieses Meisterwerk die anderen Titel auf dem Album, die das eklektische und fantastische Panoptikum von Monsieur Alanskys künstlerischen Vision um zahlreiche, zuweilen schräge Facetten erweiterten. Zwischen dem dunklen, technoiden „The Unseen World“ und dem tiefempfundenen, balladesken „Tears Along The Way“ erschuf er einen musikalischen Mikrokosmos mit zahlreichen Referenzen an private und öffentliche Passionen. Manchmal sind die Referenzen düster und intellektuell wie in „(On My Way To) Providence“ oder auch „Silence in Heaven“, welches mit smoothen Ambientsounds beginnt aber bald zu einer ziemlich vertrackten Angelegenheit mutiert. Einige Texte sind voll sexueller Anspielungen wie das grandiose „What’s Your Style?“. Und das nervös-nachdenkliche „Traveling Soul“ ist wohl das persönlichste und autobiographischste der dreizehn Stücke auf „Ambrosia“, obwohl Jay Alansky diesen Titel nicht selbst persönlich singt.

Wenn man Tracks wie „One Hundred And Eleven Reasons (To Be Happy)“ zuhört, dann ist es schwer zu glauben, dass dieses Album nicht letzten Monat in Berlin, sondern vor über dreizehn Jahren im Künstlerviertel Montmartre in Paris entstand. Wohlgemerkt auf analogem Equipment, das auch damals schon nicht mehr modern war.

Für die Neuveröffentlichung dieses ganz besonderen Albums wurden die Titel digital neu gemastert, wobei große Rücksicht auf die „vintage“-Klangqualität der Originalaufnahmen genommen wurde.

Es gibt zwei Versionen des mit zwei Balletttänzerinnen in Schweden gedrehte Videos zu „Ambrosia“. Das Video ist natürlich „written and directed by Jay Alansky“.

www.youtube.com/watch („censored“)

vimeo.com/45767728 („explicit“)

Tracklisting

01 (On my way to) Providence

02 Are you coming back to me

03 Ambrosia (album version)

04 The Unseen World

05 Whats your style

06 Unconditional love

07 Silence In Heaven

08 Traveling Soul

09 One Hundread Eleven Reasons (To Be Happy!)

10 Sometimes I do what Im told

11 SatEllites

12 Tears Along The Way

13 Smokey Mountains

Releasedate: 19. 04. 2013

Label: peacelounge recordings

Format: Digital

Labelcode: 11784

Catalogue No: peal 067

EAN: 4260044591445

Distribution: Zebralution (digital)