A Reminiscent Drive – Zoom Back Camera (The Anthology)

peal068-ARD-ZBC-rgb

If Ravel was alive today, he’d be making albums like Mercy Street.

(Mojo Magazine über A Reminiscent Drive)

Eric Morand, seines Zeichens Mitbegründer und Manager des mittlerweile inaktiven Labels F Com, sagte einmal, dass A Reminiscent Drives „Mercy Street“ das beste Album war, dass sie jemals veröffentlicht haben. Der Future Vintage Blog nannte es eines der besten Elektro Alben der 90er Jahre. Nach seinem gleichermaßen bejubelten und erfolgreichen Nachfolgeralbum „Ambrosia“ und einer Reihe von EPs, legte Jay Alansky, der Kopf hinter A.R.D., das Projekt, mit dem Gefühl alles gesagt zu haben, vorerst auf Eis. Zwischenzeitlich beschäftigte sich der außergewöhnliche Komponist, Produzent und Multi-Instrumentalist mit anderen Formen der Kunst, wie etwa Fotografie, Literatur und Film. Sein Œuvre umfasst über 200 (!) Kurzfilme, längere Werke und experimentelle Videos, in der Avantgarde-Szene hat Jay Alansky mittlerweile eine beachtliche Fangemeinde. Derzeit arbeitet er an einem Drehbuch zu einem Spielfilm, beschäftigt sich weiterhin mit Fotografie und auch mit neuer Musik.

In dieser Phase der Neuorientierung lernte Jay Christian Arndt, den Inhaber von peacelounge recordings und begeisterten A.R.D Fan der ersten Stunde kennen. Bald nach dem ersten Treffen entwickelten sie die Idee einer ‘Retrospektive’ in Form einer Doppel-CD. Schnell war man sich einige, dass es nicht auf eine simple ‘Best-Of’ Compilation hinauslaufen dürfe. Anstelle der obligatorischen Greatest-Hits wollte Jay sämtliche Facetten seines Werkes präsentieren, auch die komplexeren und filmischen Aspekte seiner Tracks. Daher auch der Titel: Zoom Back Camera.

Nun also kehrt A Reminiscent Drive genau eine Dekade nach dem letzten Release (auf F Com) wieder zurück. Dieses Comeback wird mit 34 sorgfältig neu gemasterten Versionen der besten und spannendsten ARD-Titel gefeiert. Neben den sehr bekannten Stücken wie „N.Y.C. Dharma“, „Ambrosia“, „Life Is Beautiful“ und „Two Sides To Every Story“ wird die Doppel-CD eine exquisite Auswahl der besten Tracks aus den beiden Alben, den vier EPs und einigen bislang unveröffentlichten Titeln beinhalten. Somit wird Zoom Back Camera die neue Referenz, quasi der Goldstandard für A Reminiscent Drive. Kuratiert und autorisiert von Jay Alansky höchstpersonlich, der ebenso für die Fotografien und die komplette Art Direction verantwortlich zeichnet. So wie in den alten Zeiten. Er selbst sagt dazu:

„A Reminiscent Drive war für mich ein Moment der absoluten Freiheit. Die späten 90er und der „Elektronische Boom“ waren eine ideale Möglichkeit um in den akustischen Weiten so weit zu forschen und zu experimentieren wie ich wollte. Für „Mercy Street“ habe ich mir die Grenzen gesetzt, mit sehr einfachem und billigem Equipment (8-Track Recorder) und ohne Computer zu arbeiten. In diesem speziellen musikalischen Raum war im Hinblick auf Stil, Aufbau, Geschwindigkeit und Instrumentation trotzdem alles möglich. Ich konnte Wörter, Dialoge, Reden etc. einbauen. ‘Electronica’ war zu dieser Zeit eine abenteuerliche Reise, ein psychedelischer Trip wie in den 60ern, mit einem starken Bezug zu Spiritualität, metaphysischen Erkenntnissen und Sexualität. Dies alles floss ein in meine eigene Arbeit mit Foto-Ausstellungen, Collagen, Zeichnungen und Filmen. Das neue “Ambrosia” Video ist ein Beispiel dessen, was ich in diesen Bereichen erreicht habe und ich bin immer noch überrascht, dass manche Leute von diesen Bildern androgyner und maskuliner Frauen schockiert zu sein scheinen. (http://vimeo.com/42807923 – ‘explicit’ version: http://vimeo.com/45767728)

Mit Zoom Back Camera – The Anthology, wollte ich versuchen ein ganz neues Album zu erschaffen, in dem ich gezielt einzelne Titel aus dem gesamten A.R.D. Repertoire und einige unveröffentlichte Tracks unter neuen Gesichtspunkten zusammengestellt habe. Zoom Back Camera ist also eine direkte Referenz (und ein Tribut) an Alejandro Jodorowsky’s wundervolle Arbeit. Er ist eine der Persönlichkeiten (mit Chögyam Trungpa, Alan Watts und einigen anderen) die mir halfen, meine Vision von Kunst, Leben und Realität zu ändern.“