Ananda Shankar – A Life In Music

„My dream is to break barriers, any kind of barrier – through music, love, affection and compassion. I have this dream of musicians from all over the world playing for an audience all over the world. When we are all here we are one, and when we go out I am sure we will all be one.“ Ananda Shankar

Eigentlich seltsam, dass Ananda Shankars Musik viele Jahre lang kaum zugänglich war. Sammler zahlten bis zu 200 Pfund Sterling für seine Platten. In Japan soll eine gut erhaltene Ausgabe seines ersten Album für eine vierstellige Summe den Besitzer gewechselt haben. Er ist der Mann, der Jimi Hendrix das Sitar spielen beibrachte. Leider existieren von diesen magischen Sessions keinerlei Aufnahmen. Sicher ist aber, dass der Neffe des großen Ravi Shankar von den Größten seiner Zeit verehrt wurde: George Harrison und Jimi Hendrix schätzten Ananda in den Sechzigern genauso wie Gilles Peterson oder die Anokha-DJs um Talvin Singh im London der späten Neunziger.

„My dream is to break barriers, any kind of barrier – through music, love, affection and compassion. I have this dream of musicians from all over the world playing for an audience all over the world. When we are all here we are one, and when we go out I am sure we will all be one.“ Ananda Shankar

Eigentlich seltsam, dass Ananda Shankars Musik viele Jahre lang kaum zugänglich war. Sammler zahlten bis zu 200 Pfund Sterling für seine Platten. In Japan soll eine gut erhaltene Ausgabe seines ersten Album für eine vierstellige Summe den Besitzer gewechselt haben. Er ist der Mann, der Jimi Hendrix das Sitar spielen beibrachte. Leider existieren von diesen magischen Sessions keinerlei Aufnahmen. Sicher ist aber, dass der Neffe des großen Ravi Shankar von den Größten seiner Zeit verehrt wurde: George Harrison und Jimi Hendrix schätzten Ananda in den Sechzigern genauso wie Gilles Peterson oder die Anokha-DJs um Talvin Singh im London der späten Neunziger. Seine Kompositionen “Streets of Calcutta” und “Dancing Drums” gehören zum Besten, was an west-östlicher Fusion existiert. Seine funk- und jazz-inspirierten Sitar-Tracks sind auch nach mehr als 30 Jahren noch absolut dancefloortauglich. Der Londoner DJ-Producer State of Bengal hatte sogar einen ganzen Abend im Blue Note nur mit der Musik Ananda Shankars bestritten und damit einen Höhepunkt der Clubgeschichte kreiert.

Biografie: Der Komponist und Sitarspieler Ananda Shankar ist eine legendäre Figur in der indischen Musik. Er wurde 1942 im Bundesstaat Uttar Pradesh geboren. Uday Shankar, sein Vater, leistete Pionierarbeit in den kulturellen Beziehungen zwischen Ost und West in den 1920er Jahren, als er mit der weltberühmten Ballerina Anna Pavloca in einem avantgardistischen Tanzprogramm auftrat, das entscheidenden Einfluss in der Kunstwelt der damaligen Zeit hatte. Seine Mutter Amala war, wie seine spätere Frau Tanusree eine erfolgreiche Tänzerin. Ananda Shankar studierte fünf Jahre an der Benares Hindu University bei Dr. Lalmani Misra, der musikalischer Direktor der Uday Shankar Dance Company war und dessen Sohn Gopal später in Anandas Ensemble spielen sollte. In den späten 60er Jahren ging er nach Varanasi (Benares), um für den berühmten französichen Choreographen Bejart zu spielen, als er einen Anruf erhielt, dass sein Vater in Kalifornien sehr krank geworden sei.

Ananda Shankar lebte 18 Monate lang zur Hochzeit von Flower Power bei seinem Onkel Ravi Shankar in Los Angeles. Über einen gemeinsamen Freund kamen die Sitarstunden für Jimi Hendrix und einige faszinierende Jamsessions zustande. Es gibt allerdings leider keine Aufnahmen, die die Zusammenarbeit zwischen dem Gitarrenvirtuosen und dem Guru der modernen Sitar belegen könnten. Jedoch kam über Ravis exzellente Kontakte im Musikbusiness das Debutalbum von Ananda Shankar bei Warner Music zustande. Zurück in Kalkutta nahm Ananada das erstaunliche Material auf, das auf dieser CD zu hören ist und das ursprünglich bei EMI India (heute Saregama) veröffentlicht wurde. Sein Können als Komponist, Arrangeur und Bandleader rückte immer mehr ins Blickfeld, und er konnte einige hochkarätige Musiker für seine Expeditionen in musikalisches Neuland gewinnen.

Die Aufnahmen waren ein Amalgam aus östlicher und westlicher Musik, sehr kraftvoll, da der kompositorische Antrieb aus der indischen Musik kam. Viele westliche Rockbands experimentierten zu dieser Zeit mit Sitars in ihren Songs. Zumeist aber wurde das ehrwürdige Instrument bei diesen Aufnahmen nur für zusätzliche Schnörkel und Ornamente ‘missbraucht’. Anandas Musik war dagegen der raue und tief empfundene Ausdruck dessen, was er in einer sich verändernden Welt erlebt hatte. Zugleich aber blieb sein musikalischer Ausdruck immer sehr stark mit seiner Heimat verknüpft.

Anandas große Reputation wurde in den 90er Jahren von jungen Musikern, DJs und Produzenten aus der Breakbeatszene neu belebt, indem sie seine Stücke „Dancing Drums“ und „Streets Of Calcutta“ vom Album Ananda Shankar and His Music aufgriffen. „Streets of Calcutta“ das später durch einen Handy-Werbespot sogar Eingang in den Mainstream fand, tauchte als 12“ Bootleg in Englands bekanntestem Vinylplatttenladen auf. Die Originale wurden für unglaubliche Summen verkauft. Andere Alben, wie Sá-re-gá Machàn und 2001 zählten – mit ihren kreischenden Moog-Sounds, ratternden Tablas und pumpenden Bässen – zum besten und innovativsten Beitrag, den die moderne indische Musik dem “Westen” gegeben hat. Die unverwechselbare Klangfülle von Mridangam, Sarod und Veena umkreisten die schwingenden four to the floor Beats und elektronischen Soundeffekte in wilder, aber kontrollierter Ungezwungenheit.

Dieses neue Interesse in Andandas Musik fiel zusammen mit dem Aufkommen des sogenannten „Asian Underground“ in Großbritannien Mitte der Neunziger Jahre. Talvin Singhs bahnbrechende „Anokha“ Clubnacht organisierte einen Abend, der einzig Ananda Shankar und seinen Einflüssen gewidmet war, und erreichte so ein ganz neues Publikum. Es ist nicht zu weit hergeholt zu behaupten, dass zu einer bestimmten Zeit Ananda Shankar für die Asian Szene genauso wichtig war wie James Brown und sein „Funky Drummer“ für die old school Hiphop-Künstler.

Ananda Shankar verbrachte den größten Teil seiner späteren Karriere damit, Musik für Mudavis, die Tanzkompanie seiner Frau, zu komponieren und brachte damit der Familie weiteren Ruhm ein, mit Gastspielen von Mumbai bis in die Carnegie Hall. Im Sommer 1998 spielte er eine kleine UK-Tour und nahm für Peter Gabriels Real World Records mit dem Londonder Musiker, Produzenten und ehemaligen Anokha DJ Sam Zaman von State of Bengal das Album Walk On auf. Dieses Projekt festigte die Geschichte und fachte das heftige Interesse an seinen frühen Arbeiten erst recht an. (Leider) starb Ananda Shankar am 26. März 1999 an Herzstillstand infolge von Komplikationen nach einer Operation. Seine Familie, Freunde, Hunderte von Musikern und Tausende von jungen und alten Fans vermissen ihn sehr.

Bei seinem letzten Besuch in England war Ananda Shankar sehr erstaunt über das Interesse an seiner frühen Musik. Zu der Zeit war es nahezu unmöglich, die Master der Originale aufzutreiben; daher wäre Ananda Shankar sicherlich hocherfreut über die Wiederveröffentlichung auf dieser Compilation gewesen. Seine Witwe Tanusree steht jedenfalls voll hinter dem Projekt. Hier ist Ihre Chance, ein bislang weitgehend verborgenes Kapitel Musikgeschichte zu besitzen.

CD1:

1. Jungle Symphony 3:34
2. Dancing Drums 5:21
3. Back Home 4:35
4. The River 3:03
5. The Alien 4:05
6. Charging Tiger 4:06
7. Streets Of Calcutta 4:37
8. Storm 5:17
9. Renunciation 4:23
10. Cyrus 2:41
11. Missing You 4:04

CD2:

1. Anjali 5:58
2. Radha 5:35
3. Celebration 4:31
4. Namaskar 5:14
5. Discovery Of India 4:07
6. Night In The Forest 3:54
7. Universal Magic 4:05
8. Exploration 4:11
9. Gypsy 4:51
10. Indrasabha 6:12
11. Rajput Bride 5:43

Alle Titel erschienen ursprünglich auf diesen, nur in Indien veröffentlichten Alben:

Ananda Shankar And His Music (1975) | Missing You (1977) | A Musical Discovery Of India (1978) | Sá-re-gá Machàn (1981) | 2001 (1984) | Ananda (1999 (reissue) | Arpan (2000 (reissue)