peal050-mage-mirador-rgb-s

m.age.project – MIRADOR

„Matthias Harnitz, Jazz-Pianist und Absolvent der Musikhochschule 2003, hat unter dem Künstlernamen m.age.project mit “Intertwined” einen sensationellen Longplayer veröffentlicht, der einlädt auf eine Reise ins Land des Grooves. (MagaScene, 09/2008)

Seit seinem zurecht gelobten Longplay-Debüt Intertwined vor genau zwei Jahren hat Matthias Harnitz eine musikalische Entwicklung durchlebt, für die manch anderer Künstler ein ganzes Jahrzehnt gebraucht hätte. Nicht zufällig lauten die ersten Worte auf „Plaza Nueva“, dem Opener seines fulminanten zweiten Albums MIRADOR, schlicht und einfach „La Musica“ – mit einem dicken Ausrufezeichen! Von hochwertigen und geschmackvollen Lounge und Deep House Grooves kommend, hat „m.age“ sich nun substanzielleren Tönen jenseits aller Genre-Schubladen zugewandt.

Und jetzt zu „La Musica“: Inspiriert von zwei Reisen in die andalusische Stadt Granada hat er versucht, die sirrende Hitze und die multikulturellen Einflüsse einzufangen, um der Mauren-Metropole aus der Perspektive des titelgebenden „Mirador de San Nikolas“ ein musikalisches Denkmal zu setzen. Doch wer nun ein reines „Ethno“-Album erwartet, wird schon nach wenigen Minuten eines besseren belehrt. M.age.project gelingt ein unerhört eleganter Brückenschlag zwischen Flamenco und Lounge, zwischen Bauchtanz, Tango und kosmopolitisch-smoother Elektronik. Auf „Rio Darro“ klingt der Flamenco plötzlich ungemein funky, bei „Taxi On Wax“ wird sich mancher positiv an das Gotan Project oder an den Bajafondo Tango Club erinnert fühlen, und „It all comes“ ist eine ohrwurmverdächtige Downtempo-Ballade, über die Gastsängerin manoo ihren stimmlichen Sternenstaub gestreut hat. Und das sind nur drei von vierzehn Highlights dieses wahrhaft erstaunlichen Albums, die wir hier dem geneigten Hörer kurz vorstellen wollen:

1. plaza nueva
Der zentrale Platz im Herzen der Stadt Granada. Hier tummeln sich Jazzmusiker und Kleinkünstler, in den Souvenir-Shops leuchten Flamenco-Postkarten und Plakate, und das schachbrettartig gemusterte Pflaster lädt dazu ein, sich auf den warmen Steinen niederzulassen und dem bunten Treiben zuzuschauen.

2. café solo
Den Café Solo, einen starken schwarzen Cafe ohne Milch und Zucker trinkt man am besten in einem der Straßencafés am Plaza Nueva. Und vom gleichnamigen Kaffee inspiriert, läßt der Keyboarder ein sonniges „Solo“ durch die Altstadtgassen schweben.

3. rio darro
Wenn man den Plaza am Fuße der Alhambra in Richtung „Albaicin“ verläßt, fließt rechterhand der Rio Darro durch die Stadt, an dessen Ufer sich streunende Katzen, Gänse, Hunde, Künstler und Touristen tummeln. Die Energie des lebhaften Wasserlaufs fließt auch durch den knackigen Midtempo-Groove des gleichnamigen Tracks.

4. It all comes (featuring manoo)
Wie schon auf dem Peacelounge-Album Disco [meets] Bossa vol. 2 prägt wieder einmal die sinnlich-zarte Stimme von manoo einen neuen song von m.age.project. „It all comes“generierte schon im Vorfeld der Album-Veröffentlichung reichlich Airplay und zieht den Hörer mit seiner entspannten Atmosphäre, den weichen Trompetenklängen und dem schmeichelnden Bossa-Groove in seinen Bann, den der Berliner Gitarrist Benjamin Schwenen mit seiner akustischen Gitarre dezent umspielt.

5. Mirador
Der „Mirador de San Nikolas“ gelegen auf einer Anhöhe im Stadtteil Albaicin, gegegenüber dem urgewaltigen Gemäuer der Alhambra, gehört zu den Orten auf dieser Welt, an denen man gewesen sein muss. Beim Klang leiser Gitarren, dem urwüchsigen „Cante“ der Gitanos und einer magischen Abenddämmerung trägt einen der Blick auf die Alhambra zurück in die Zeiten des alten Andalusiens, in dem maurische Herrscher ein Reich kultureller Blüte schufen, das bekannt war für seine Offenheit und Toleranz – Eigenschaften, die sich die Stadt Granada bis heute bewahrt hat.

6. hidden orchard
Überall in den kleinen Gassen gewähren halb geöffnete Tore Einblicke in malerische Gärten mit bunten Blumen, andalusischen Brunnen und Obstbäumen. Bei entspannten Drum & Bossa Beats mag der Hörer im Geiste durch das verwinkelte Straßenlabyrinth wandeln und sich an den exotischen Pflanzendüftem berauschen.

7. lamp trader rondeau
In der Calle de la Calderería wird mit Antiquitäten, Tüchern und bunten marokkanischen Lampen gehandelt, und hinter jeder Ladentür öffnet sich ein neuer kleiner Kosmos. Die traditionelle musikalische Form des Rondo führt den Hörer in drei verschiedene Klangwelten, die mit sphärischen Sound-Landschaften sowie Anleihen orientalischer und jazziger Natur die vielfarbigen Eindrücke des Reisenden nachzeichnen.

8. gran reserva
Die herausragenden Weine Spaniens bedürfen an dieser Stelle sicher keiner näheren Beschreibung – man sollte aber durchaus die Gelegenheit nutzen, sich zu den Klängen von „gran reserva“ einen guten Tropfen zu gönnen. Der extrem entspannte Downtempo Dub-Groove und eine ferne Trompete komplettieren den sinnlichen Hochgenuss!

9. Salma And Suleyka
Was wäre Andalusien ohne seine schönen, schwarzhaarigen Frauen, die (nicht nur) den männlichen Wesen Bewunderung abverlangen? Salma und Suleyka locken uns mit schlangenhaft eleganten Tanzbewegungen in eine opulente Klangwelt zwischen Orient und Okzident. Widerstand ist zwecklos!

10. taxi on wax
Wenn bei den zahlreichen Prozessionen zur „Semana Santa“ das Wachs der Kerzen auf die steilen Straßen hoch zum Albaicín tropft, entsteht unter der sengenden Mittagssonne ein Schmierfilm, der es den Taxis fast unmöglich macht, die Steigung zu bewältigen. Beim Anfahren drehen die Räder durch und der Wagen kommt ins Gleiten. Diese ebenso tänzerisch wie verzweifelt anmutende Rutschpartie des Fahrzeuges auf dem gewachsten Asphalt versucht die tangoesque Kompostion „taxi on wax“ musikalisch einzufangen.

11. mártir de lo cotidiano
Granada ist eine Stadt kultureller Vielfalt und künstlerischer Kontraste, und die omnipräsenten Graffiti in der Altstadt sind nicht weniger faszinierend als die ornamentale Pracht der Alhambra. Doch nicht jede Katze blickt den Betrachter so spontan-fröhlich an wie „el gato negro“ auf dem Cover von Mirador. An manchen Wänden fanden sich auch Katzen, die ein unbekannter Sprayer graphisch aufgeknüpft hatte. Womöglich ein bildhafter Ausdruck für alle, die im Alltag unter die Räder gekommen sind? Märtyrer des Alltags… Der melancholischste Track auf dem Album, für den nicht nur eine Graffiti-Katze, sondern ungelogen auch ein Klavier das Zeitliche segnen musste: Hier erklingen tatsächlich Aufnahmen eines brennenden Klaviers!

12. resurrection and rain
Erinnerungen an die Sturzbäche, die sich während einer total verregnten Osternacht aus den Wasserspeiern der Kathedrale auf die Straßen von Granada ergossen

13. la luna sobre sacromente
Neben dem Albaicin drückt sich die alte Gitano-Siedlung Sacromonte an und in die Berghänge. Bei Vollmond ein dunkel-faszinierender Ort irgendwo zwischen Stadt und wolkenverhangenem Sternenzelt.

14. purple spice
Wenn man rund um die Kathedrale in Granada die vielen Gewürzstände nicht einmal selbst gesehen und gerochen hat, kann man sich kaum ausmalen, welche sinnliche Pracht dem Passanten aus den zahlreichen Körben und Schalen entgegenschlägt. Oder doch? Orientalische Luxuskörper winden sich in halbtransparenten Schleiern zum machtvollen Midtempo-Groove von „purple spice“, und wer jetzt noch nicht tanzt, dem ist nicht mehr zu helfen…

Auf Mirador ist es Matthias Harnitz, dem musikalischen Kopf hinter m.age.project, vom ersten bis zum letzten Ton gelungen, mittels ausgefeilter Arragements und mit Hilfe herausragender Gastmusiker einen hypnotischen Sound zwischen Dub, Lounge und vielfarbigen Einflüssen aus aller Welt einen gleichermaßen urbanen wie andalusisch-orientalischen Sound zu kreieren. Edel, exotisch und ab 01. Oktober in allen guten CD-Shops und Online erhältlich.

MIRADOR wurde unterstützt von SAM NOK – asiatische Wohnkultur (www.samnok.de)

Weiterhin von m.age.project erhältlich: intertwined (album – digital only) – peal 033 sowie DISCO [meets] BOSSA vol 2 (peal 045) mit „Relight My Fire“ und „Daddy Cool