Saathiya – Sehnsucht Nach Dir (loc 012)

Mehrfach preisgekrönter „Bollywood“-Soundtrack von A.R. Rahman

„Die Lieder und die Musik von A. R. Rahman sind wie immer fantastisch!“, schreibt der Rezensent des Online-Dienstes Planet Bollywood, auch India FM findet den Soundtrack „melodisch und eingängig“. Beides ist wahr, und wird ihm doch nicht einmal ansatzweise gerecht. A. R. Rahman ist nicht nur der wohl produktivste, sondern auch innovativste Music Director des indischen Kinos, und Saathiya ist bis heute eines seiner schönsten Werke.

Die Story: Saathiya – Sehnsucht nach Dir enthält zwar viele Bollywood-typische Elemente, ist aber eigentlich ein sehr realistisches Drama über die Liebe und das weniger romantische Leben im Ehe-Alltag. Shooting Star Vivek Oberoi (der inzwischen auch neben Shah Rukh Khan in Kaal und Kisna – The Warrior Poet zu sehen war) spielt Aditya, den Sohn einer wohlhabenden Familie, der sich in Suhani (Rani Mukherjee) verliebt, die aus relativ kleinen Verhältnissen kommt. Die Eltern beider Partner sind gegen die Hochzeit, also heiraten sie heimlich. Der Film erzählt in Rückblenden das Leben der beiden Hauptfiguren, wie ihre Romanze began und was daraus wurde, als der Alltag und damit Geldsorgen, Statusfragen und Egoprobleme einzogen. Saathiya ist ein Remake des erfolgreichen Tamil-Films Alaipayuthey von Mani Ratnam (dem Regisseur der Erfolgsfilme Roja und Dil Se). Keine Geringeren als Shah Rukh Khan und Tabu haben Gastauftritte. Saathiya gewann sechs Filmfare Awards, darunter einen für Rani als „best actress“.

Der Soundtrack: „Die Lieder und die Musik von AR Rahman sind wie immer fantastisch!“, schreibt der Rezensent des Online-Dienstes Planet Bollywood, auch India FM findet den Soundtrack „melodisch und eingängig“. Beides ist wahr, und wird ihm doch nicht einmal ansatzweise gerecht. AR Rahman ist nicht nur der wohl produktivste, sondern auch innovativste Music Director des indischen Kinos, und Saathiya ist bis heute eines seiner schönsten Werke. Der Thirtysomething hatte mit Alaipayuthey bereits die tamilische Vorlage vertont, insofern war es logisch und richtig, den „Mozart von Madras“ auch für Saathiya zu verpflichten. Außerdem hatten AR Rahman und Regissuer Mani Ratnam schon mehrfach zusammengearbeitet. In der Tat hatte Ratnam dem jungen Komponisten im Jahr 1992 die Chance gegeben, mit „Roja“ („Rose“) den ersten großen Spielfilm-Score zu schreiben, der zu seinem musikalischen und kommerziellen Durchbruch wurde. Im Jahr 1998 vertonte der inzwischen höchst angesehene Soundtrack-Spezialist für Mani Ratnam den ebenso kontroversen wie erfolgreichen Film Dil Se mit SRK in der Hauptrolle. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter… Denn Saathiya kassierte allein für den Soundtrack drei (!) der sechs begehrten Filmfare Awards, die der Film auf sich vereinigen konnte: AR Rahman wurde als „Best Music Director“ ausgezeichnet, Gulzar für die besten Songtexte, und Sonu Nigam bekam für den Titelsong den Award als „Best Male Playback Singer“ verliehen.

„Saathiya“, der romantische Titelsong, ist gleich das erste große Highlight des Soundtracks. Der Sänger Sonu Nigam hat bekanntlich auch viele Songs für den „King of Bollywood“ Shah Rukh Khan gesungen. Wenn Vivek Oberoi zurecht als einer der „Rising Stars“ unter den Bollywood-Schauspielern bezeichnet wird, darf Sonu mit seiner hellen klaren Tenorstimme selbigen Status unter den Playbacksängern beanspruchen.

„Chhalka Chhalka Re“ ist ungefähr das genaue Gegenteil des ersten Songs. Ein freches, fröhliches, zuweilen leicht ‚rockiges’ Tanzstück, das sehr typisch für AR Rahmans perkussiven Stil ist. Die wunderbaren Frauenstimmen von Mahalaxmi alias Mahalakshmi Iyer, Vaishali, Richa Sharma und Shoma tun das übrige, um gute Laune zu verbreiten.

Adnan Sami war noch keine 30, als er von AR Rahman eingeladen wurde, den romantischen Song „Aye Udi Udi Udi“ für den Saathiya-Soundtrack einzusingen. Ein Jahre später nahm der pakistanische Sänger, Pianist und Komponist bereits ein Duett-Album mit der legendären Asha Bhosle auf, das ein Riesenerfolg wurde.

Bevor sie in den frühen Achtziger Jahren ihr Debüt in Bollywood gab, genoss Sadhana Sargam eine Ausbildung in klassischem Hindustani Gesang. Übrigens hat sie nicht nur selbst in einem Interview „Chupke Se“ als einen der fünf besten Songs ihrer bisherigen Karriere bezeichnet, sie wurde für diese Performance auch mit dem begehrten STAR Screen Awards als „Best Female Playback Singer“ ausgezeichnet.

Der Song „ O Humdum Suniyo Re“ fällt wirklich aus der Reihe, denn – abgesehen von der Sprache Hindi – klingt er nach astreinem R&B-Pop ca 1992, mit einer englischsprachigen Rap-Einlage und Harmoniegesängen, in denen der Junge das Mädchen in einer mondhellen Nacht zu sich rufen will…

Hier greift der Meister selbst zum Mikrofon: AR Rahman ist nicht nur ein begnadeter Komponist, sondern auch ein achtbarer Sänger, der so schon manchen großen Hit landete (so sang er z.B. auch den Titelsong von „Dil Se“ selbst). Meist setzt er – wie bei „Mera Yaar Mile De“ – seine Stimme zugleich mit perkussiven Sounds in Szene.

„Naina Milaike“ ist ein schönes Wiederhören mit Sadhana Sargam, die übrigens auch die tamilische Version dieses Songs eingesungen hatte. Hier klagt sie zusammen mit Madhushree darüber, dass „er“ sie mit „seinen Wimpern eingefangen“ habe und „einen Schleier der Falschheit und der Tücke über mich legte“.

„Mangalayam“ ist nur ein kurzes Intermezzo, aber ein schönes Beispiel für AR Rahmans Fähigkeit, Pop-Feeling und musikalische Ernsthaftigkeit miteinander in Einklang zu bringen.

„Chori Pe Chori“ ist ein alles andere als typisches Lied für die Bollywood-Legende Asha Bhosle (72)! Als sie 1948 ihr Filmsong-Debüt gab, war Rahman noch nicht geboren, aber 1994 wirkte sie bei Rangeela, einem seiner ersten großen Erfolge mit. Hier duettiert die „kleine“ Schwester von Lata Mangeshkar mit dem jungen tamilischen Sänger Karthik.

Unsere europäische Lizenz-Ausgabe dieses wunderbaren Soundtracks enthält sechs Bonus Songs von AR Rahman: Awaara Bhanwra (aus Sapnay), „Botal Tod Di“ und „Yaar Teri Bewafai“ (aus Love You Hamesha), „Jumbalika“ und „ Mujhe Rang De“ (aus Thakshak – vocals: Asha Bhosle) sowie das grandiose Instrumental „Bombay Theme Music“ (aus Bombay). Das 16-seitige Booklet (deutsch und englisch) enthält ausserdem die Texte der drei wichtigsten Songs („Saathiya“, „Chhalka Chhalka Re“, „Chupke Se“) im Original und in englischer Übersetzung.